16.04.2014

07.04.2014

oh dear.

Ich liebe meinen Job. Ich liebe ihn immer, vergesse es manchmal im Stress und morgen, morgen fahre ich nach Münster, um eine Stunde Zeit mit diesem Mann zu verbringen, um ihn mit Fragen zu löchern. Keine Pressekonferenz, nein. Nur ich und er. Und ich bin so ein großer, großer Fan. Das ist so eine Ehre für mich. Er ist mehrfacher Grammy nominiert, hat mit Jamie Cullum und Max Herre aufgenommen. Er war bei Movimentos schneller ausverkauft als Rammstein. Und im Mai darf ich ihn in Wolfsburg live auf der Bühne sehen. Ich liebe meinen Job.

09.03.2014

Man vergisst viel zu oft, gute Musik zu hören

























Kennt ihr das Album "Way to Blue - the songs of Nick Drake?" Das Album erinnert mich manchmal daran, dass man sich öfter mal abstöpseln sollte, um einfach im Bett zu liegen und einem Album von vorne bis hinten zuzuhören. Zeit nehmen für die schönen Dinge, das sollte man zwischendurch immer wieder machen. Und deswegen liege ich hier gerade einfach rum, höre die Nick Drake Cover und tippe noch schnell ein paar Zeilen, bevor ich den Laptop zuklappe und mit dem Album einschlafen werde.

Die schönen Dinge. Das habe ich mir natürlich nicht nur 2014 auf die Fahne geschrieben, aber in diesem Jahr starte ich ein neues Projekt, von dem ich noch nicht viel verraten kann, aber immerhin schon ein klein wenig. Es wird etwas Neues geben von mir. Eine Kollaboration, ein riesiges Projekt, das sich um die Dinge dreht, die ich liebe. Damit erfülle ich mir einen großen Traum und ich bin daran nicht allein beteiligt. Genaueres werde ich demnächst hier mal berichten, aber wir sind gerade mittendrin in der Planung. Das Ding ist: Nicht zögern, das merke ich gerade immer wieder. Es ist so wichtig für die seelische Gesundheit, sich mit dem zu beschäftigen, was man gerne tut und sich mit den Menschen zu umgeben, die man gerne hat. Dann kommt das kleine Glück von ganz allein. Das klingt pathetisch bis banal, ist aber so. Und wenn dann noch so herrlich die Sonne scheint wie heute, dann kann auch so ein Wochenenddienst nicht die Laune verderben. Denn dann reißt man einfach das Fenster weit auf und trinkt seinen Kaffee etwas langsamer, während die Sonnenstrahlen langsam die weißen Arme aufwärmen und sich die Gänsehaut legt.

Und wenn sich jetzt jemand fragt, wer ist eigentlich Nick Drake? Dem sei gesagt: Ein viel zu früh verstorbener Songwriter. Und zwar ein ganz großer. Hier, things behind the sun zum Beispiel:

Also nutzt diesen schönen Sonntagabend, macht den Fernseher aus, legt das Smartphone weg und legt mal wieder ein Album auf und genießt es ohne Störung und denkt dabei an die Momente, an die euch die Musik erinnert. Gute Nacht.

05.03.2014

Fleischlos Klops

Ich hätte die Walnussbällchen vielleicht nie gemacht, wenn ich keinen Vegetarier als Gast gehabt hätte. Nicht, weil ich sage, nur mit Fleischgerichten wird man glücklich. Das ist Unfug und Nichtwissen. Nein, ich hätte nur aus dem Tajine-Kochbuch kaum ein fleischloses Gericht gewählt, weil die Tajine damit trumpft, jegliches Fleisch in butterzarte Köstlichkeiten zu verwandeln. 

Stattdessen also Walnussbällchen. Sie waren der Hit. Abends dann nochmal kalt auf der Arbeit gefuttert, hatten sie mittlerweile vollends die Konsistenz einer feinen Bulette erreicht - allerdings mit feinerem Geschmack. 

Das Rezept ist wirklich einfach und dringend zur Nachahmung empfohlen (gerade in der heute startenden Fastenzeit, in der man ja eh ein bisschen bewusster leben wollte oder)...

In die Masse für die Klöpschen kommen nämlich nach meiner Rezeptabwandlung nur wenige Zutaten: grob gehackte Walnüsse, gehackte Zwiebeln, gehackte Petersilie, frisch geriebener, bzw. gehackter Bergkäse, Paniermehl und noch eine Handvoll Pulbiber. Vermengen, Kugeln formen, in die gewässerte und geölte Tajine legen und mit einer Mischung aus geschälten, per Hand zerquetschten Dosentomaten, Wasser, Harissapaste, Salz, Pfeffer und Petersilie übergießen. Bei 180 Grad für 45 Minuten ohne Deckel in den Ofen. Habe Bulgur dazu gemacht und den restlichen Bergkäse drübergerieben. 

Es bot sich einfach an. War der Hammer. Heute gibts Linsensuppe. Aber das ist ein anderes Thema. 

28.02.2014

23.02.2014

Brüssel

Bevor ich nach Brüssel gefahren bin, habe ich ein bisschen im Internet recherchiert und mehr als einmal gelesen, dass Brüssel die hässlichste Hauptstadt Europas sein soll. Das ist für den Anfang einer Reise erstmal nicht so schön. Ich muss sagen, Brüssel hat mich aber doch positiv überrascht. Es ist vielleicht nicht die schönste Hauptstadt Europas (Welche ist das denn? Stockholm? Amsterdam? Wien? Berlin jedenfalls nicht).

Am Sonntag sind wir, wie so oft schon dieses Jahr, von Braunschweig nach Essen gefahren. Die Welt ist im Zugfenster an uns vorbei gerauscht und Joel und ich haben schöne Gespräche geführt und einen netten Fußballfan kennen gelernt, dessen Vater bei der HAZ arbeitet. Hat man ja auch nicht alle Tage. In Essen selbst sind wir im miesesten Hotel abgestiegen. Eine Zelle, dessen Bad wir beim Duschen unweigerlich und unfreiwillig geflutet haben. Zwei Nächte durchgehalten.

Am Dienstag sind wir mit dem Bus nach Brüssel gefahren in etwas mehr als drei Stunden. Untergebracht waren wir im Radissonblu - es geht schlechter, liebe Leute, es geht schlechter. Und Brüssel? Brüssel ist keine Stadt wie Hamburg, wo einem immer das Herz aufgeht, wenn man an den riesigen blauen und roten Kränen vorbeigeht. Oder wie New York, die Stadt mit dem ganz speziellen Duft. Nein, Brüssel ist da unspektakulärer. Kleine, gemütliche, schmale Stadthäuser (ähneln sehr den Londoner Stadtvillen) reihen sich dicht an dicht in engen Straßen und plötzlich reißt ein monumentaler Glaskasten die einstige Idylle entzwei. Sicher ein EU-Gebäude. So geht das stadtauf- und stadtabwärts.

Wir waren direkt im Regierungsviertel untergebracht, wo von Armut oder Kriminalität nichts zu spüren war. Entweder Anzugträger und generell sehr schick gekleidete Menschen (so muss es im Frankfurter Bankenviertel auch sein) oder geführte Gruppen begegneten uns. Irgendwie hat mich das alles an die Expo erinnert. Die Gebäude warnen so fein herausgeputzt und so auf ihre Außenwirkung bedacht, dass das alles surreal und unecht wirkte. Aber auch schön. Und wichtig.
Ich habe nach dem Besuch des Parlaments und der Kommission, den super spannenden Vorträgen der Referenten (die im Übrigen zum Großteil selbst Referenten in den Kabinetten der Kommission waren), wirklich sehr großen Respekt vor diesen Machtmenschen. Lasst Politiker sein, wie sie wollen, aber dieser Spirit, der uns aus allen Ecken entgegenstrahle, war schon sehr beeindruckend - und doch so divergent wie Brüssel selbst. Denn einerseits haben es unsere Referenten wirklich alle geschafft, mich für die europäische Idee zu begeistern und andererseits sollte nicht verschwiegen werden, dass die Frustration sehr, sehr groß ist. Unser Korrespondent sagte sogar: Ich glaube, die EU wird Schiffbruch erleiden. Das fasst das Dilemma ganz gut zusammen, schließlich driften doch die nationalen Gedanken gerade immer stärker vom Gemeinsamgedanken ab. Das Referendum der Schweiz ist ja nur ein momentan aktuelles Thema einer großen Debatte. Na, wie dem auch sein. Ich habe mir noch kein abschließendes Urteil über die EU erlaubt. Aber ich kann sagen: Ich bin beeindruckt.

Am ersten Abend waren wir - wie alle anderen übrigens auch - Fußball schauen. In einem Pub nahe des Parlaments. Es gab äußerst leckere Burger mit den berühmten belgischen Pommes. Belgische Pommes werden zwei Mal frittiert und in Rinderfett ausgebacken (die Amerikaner übrigens haben mittlerweile Entenfett für sich entdeckt und bestreuen die Pommes danach mit frischen Kräutern und Parmesan). Während meine Männer tapfer ein fünf Euro teures Bier nach dem nächsten getrunken haben, hielt ich mich an den leckeren Strongbow Cider - da weiß man, was man hat. Auch am nächsten Tag bin ich mit Joel auf Tour gegangen. Während die anderen sich mit Sixpack ins Hotel gezogen haben, um Fußball zu schauen, sind wir dem Sonnenuntergang und dem Großen Markt entgegen gegangen und haben uns mit Bier bewaffnet.







In einer Straße, in der es ausschließlich Thai- und vietnamesische Restaurants gab (ich war begeistert), haben wir dann auch fürstlich gespeist und ich habe die wohl allerschärfste Sauce meines Lebens probiert (eine Messerspitze voll und ich dachte, meine Zunge blutet).
Anschließend haben auch wir Bayern gegen Arsenal geschaut. Aber immerhin in einem anderen, total netten Pub. Dem Celtica (Bier für einen Euro, yes).













Das Manneken Pis ist übrigens kleiner als die meisten Schokoladenmännchen, die in dieser Form verkauft werden. Beim Schlendern waren wir zufällig vorbeigeschlendert und machten zur Feier dieser kleinen Figur gleich noch ein Bier auf.

Das klingt zwar alles wie Klassenfahrt, hatte auch ein bisschen das Feeling mit dem Reisebus und dem vielen Bier, aber unser Programm war trotzdem hammerhart. Von 9 Uhr bis 19.30 Uhr Vorträge und Diskussionen. Man hatte quasi keine Wahl, als anschließend mit einem Bier abzuschalten.











Der Herr hier links, wir kennen ihn gut von diversen englischsprachigen Festreden in der Eu Kommission, ist übrigens die größte Schnarchnase vor dem Herrn. Unser erster Referent spielte ein Begrüßungsfilmchen von Oettinger ab und etwas freudloseres habe ich selten in meinem Leben gesehen. Das ist nicht übertrieben.

Das hier links ist übrigens nur der erste Teil des Programms von Dienstag. Wirklich spannend. Ohne zu übertreiben, würde ich mal tippen, dass ich von der EU nun mehr Ahnung habe als die meisten meiner Freunde. Und das soll keine Selbstbeweihräucherung sein, sondern zeigt das Debakel der kommenden Europawahl (25. Mai) - kein Mensch weiß so richtig, was er da überhaupt wählt und vor allem, was er überhaupt davon hat. Die Leut bekommen von der EU nicht so richtig etwas mit, es ist eine diffuse lila Wolke in der angeblich hässlichsten Hauptstadt Europas, von der man nur weiß, dass sie feine Schokolade und tausend Sorten Bier herstellt.
Hier ein Beispiel für das expohafte der EU-Kommission.
Ein bisschen funky funky am Großen Markt, dem Touristen Hot Spot in Belgien (das Rathaus ist beleuchtet und besoffen aber auch wirklich wunderschön).
Drei von mehr als tausend Sorten. Waase Wolf fand ich gar nicht übel. Manche Etiketten sehen so dilettantisch und schrottig aus, dass man es kaum fassen mag, wie die sich verkaufen können.
Besagter Großer Marktplatz. Nicht im Bild: Das Rathaus.
Diese Schilder und die vielen Sprachen, der fremde Biergeschmack und die vielen Gerüche (an jeder Ecke gibt es belgische Waffeln und die sind wirklich sehr, sehr lecker). Ich fiel kurz in ein kleines Traurigkeitsloch, weil ich einfach gemerkt habe, wie wenig ich durch den Job verreise, obwohl doch so viele wunderschöne Orte nur ein paar Autostunden entfernt liegen. Man verreist zu wenig. Manchmal reichen zwei Tage frischer Wind um die Nase und es geht gleich wieder mit der Laune bergauf. So auch in Brüssel.
Yes. It's him.
Eine langgezogene Schwulenstraße gab's auch in Brüssel, spätestens an dieser riesigen Wall-Art zu erkennen. Zur Not aber auch an den zig Regenbogenfahnen.
Dass Brüssel sehr international ist, war klar. Und deswegen greifen recht viele Restaurants zu dem seltsamen Kniff, ihr Essen in Form einer Plastikabbildung zu präsentieren. Wir haben selbstverständlich nicht hier gegessen.
Ein bisschen Braunschweig ist überall.
Nicht ganz wie damals in Portugal, aber Fliesen an Häusern finde ich wirklich hübsch.
Dieses Bild ist zwar nicht schön (alles übrigens Handyaufnahmen, die Kamera habe ich in Deutschland gelassen), aber es zeigt das, was ich anfangs versucht habe zu beschreiben: Neben den vielen kleinen belgischen Häuschen türmens ich die Glaskästen und reißen die Baustellen große Löcher ins Stadtbild.
Heinz Erhardt war auch mal Kommissionspräsident...
Im Regierungsviertel leben Spaßbremsen. Boarden war nicht erlaubt, Skaten war nicht erlaubt, Radfahren war nicht, ….
Wenn da noch blauer Himmel gewesen wäre, wäre diese Ecke ziemlich passabel optisch gewesen. Ist sie auch so schon.

Na, was kostet so ein kleines Macarönchen? 1,30 Euro. Selbst wenn man sich Mühe gibt, sind das nicht mehr als zwei süße Happen. Aber es waren schöne zwei kleine Happen und lecker war er auch, der Macaron. Geschmacksrichtung: Pistache.





So, nach langer Zeit konnte ich endlich mal wieder ein bisschen schrieben. Und demnächst berichte ich mal, was sich gerade im Hintertürchen so alles tut.

Over and out.

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