25.06.2014



Kein Fingerzeig, aber vielleicht der dezente Hinweis, dass Stalking von vermeintlich besserer Leben vermeintlich besserer Leute auch nicht glücklich macht.

12.06.2014

Er tröstet sich mit Wodka und säuft sich durch den Tag.

Ich gehe zum Anna Depenbusch Konzert im September beim Kultur im Zelt Festival in Braunschweig. Da ich die Dame vorher nicht kannte und einfach mal Karten geholt habe, bin ich nun sehr froh, dabei sein zu können. Die Texte sind der Hit. Ein Herz für Anna Depenbusch und schade, dass ich sie vorher nicht kannte und schön, dass ich sie nun im Zelt live sehen kann. Yeah.



The Eye of the Tiger

Kurzum: Ich kann wieder sehen. Ich bin noch kein Adleraugen, morgen früh fahre ich nach Hannover zur Nachuntersuchung. Normal sei es schon, dass die Sicht bis zu einer Woche braucht, um sich klar einzustellen, aber ein bisschen Angst habe ich schon. Morgen wird sich zeigen, ob ich nochmal operiert werden muss. Ansonsten bleibt zu sagen, dass ich abends nach dem Zähneputzen immer noch unwillkürlich meine Kontaktlinsen herausnehmen will, um dann zu merken, dass ich gar keine mehr drin habe. Und das, meine lieben Freunde, ist ein Autobahnmoment, ein kleines, noch nicht vorstellbares Glück.

03.06.2014

Adlerauge.

Ich werde alt. Mit 26 Jahren hatte ich meinen ersten Migräne-Anfall vor einer Woche. Das war nicht schön. Weiße Pünktchen tanzten vor meinen Augen, mein Sehfeld war eingeschränkt, Kopfschmerzen nagten wie Schraubzwingen an meinen Schläfen und ich hätte fast in die Kantinen-Tomatensuppe gekotzt. Nach einer Schmerztablette und drei Stunden sinnlos am Schreibtisch sitzen und leise stöhnen, war der Spuk wieder vorbei und ich konnte weiterarbeiten.

Doch es gibt auch schöne Seiten am Älterwerden: So langsam habe ich das Gefühl, schrullige Routinen zu entwickeln, die mir gut gefallen. So höre ich nach der Arbeit beim Kochen eigentlich nur noch NDR Kultur oder MDR Figaro, weil mich alles andere zu sehr stresst, ich aber merke, dass ich bei Schubert und Konsorten richtig schön abschalten kann, wenn ich in der ein oder anderen Soße meditativ rühre, den Blasen beim Blubbern zuschaue und Salz durch meine Finger hineinrieseln lasse.

Außerdem merke ich, wie gut mir Sport tut - das hat irgendwie auch mit dem Erwachsenwerden zu tun, das zu erkennen und vor allem anzuwenden. Wenn man freiwillig um 7.30 Uhr aufsteht, um ins Fitnessstudio zu fahren, wo man dann eine Stunde mit Hausfrauen beim Aerobic schwitzt und anschließend zur Arbeit fährt, um dann abends nochmal eine Runde im Prinzenpark zu laufen (nicht am selben, sondern Folgetag wohlgemerkt).  
Und Entscheidungen fälle ich momentan, die mein Leben immens verändern werden, aber dazu später.

Ja, in letzter Zeit ist viel passiert und ganz viel ist nicht passiert. In dieser schönen Wohnung gibt es seit Anfang April weder Internet noch Telefon. Schon allein das wäre einen Eintrag wert, aber ich möchte mich heute nicht mehr ärgern, sondern hoffe, dass der luschige Internetsick, den wir zur Überbrückung bekommen haben, wenigstens diesen kleinen Beitrag ins Netz schickt.

Was ist passiert:

- ich war Pilgern (ich bin von Königslutter nach Riddagshausen in zehn Stunden zu Fuß gegangen und habe dabei mal nachdenkend 20 Minuten geschwiegen, mal mit meinen Pilgerfreunden diskutiert, mal Laudate omnes Gentes gesungen)
- ich habe Gregory Porter live in Wolfsburg gesehen und mit ihm anschließend ein Bier getrunken
- ich bin von vorne nach hinten umgezogen und bereue es nicht
- ich habe zum ersten Mal Nudeln selbstgemacht und am Folgetag gleich zum zweiten Mal
- ich habe mir ein Prägegerät zugelegt und meine Küche umsortiert und neu gestaltet
- ich war zwischendurch sehr traurig und bin momentan sehr glücklich
- ich konnte heute zum ersten Mal meine Zehen bei ausgestreckten Beinen mit den Fingerspitzen berühren (Strike)
- ich bin ohne Training fünf Kilometer am Stück gelaufen
- ich bin nun eine echte Trauzeugin
- ich fahre allein zum Hurricane als Festival-Reporter
- ich bin Joker bei Wer wird Millionär im Sommer
- ich fliege im November nach Peking

Ja. Und Freitag werden meine Augen gelasert in Hamburg. Ich bin dann nicht mehr Bernie Blindmann, ich bin dann Adi Adlerauge. Hoffentlich. Ich bin so aufgeregt. Seit einer Woche trinke ich keinen Alkohol, ich rauche nicht mehr so kurz vor der Operation, ich habe sogar auf Himmelfahrt verzichtet - das erste Mal. Ich bin nervös, aber ich versuche das erfolgreich bis Freitag, 12 Uhr, zu verdrängen. Ich ziehe das jetzt durch und ich habe Angst, aber ich habe mich dafür entschieden und nun wird es durchgezogen.


Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für mich bedeutet. Dieser Schritt wird mein Leben verändern, mein Leben ist geprägt vom Nicht-Sehen, vom Brilletragen, von geäderten Augen. Ihr könnt es euch wirklich nicht vorstellen. Denn ihr wisst nicht, wie es ist, morgens aufzuwachen und nichts zu sehen. Ihr wisst nicht, wie es ist, wenn man das Gesicht des Mannes ertasten muss für den Gute-Nacht-Kuss, ihr wisst nicht, wie es ist, ein verschwommenes Gesicht zu schminken und ihr wisst nicht, wie es ist, wenn jeden Tag irgendjemand nachfragt, ob alles gut sei, weil man so kaputt aussieht. Ihr könnt es euch nicht vorstellen und das ist auch gut so. Ich wünsche so eine -8 Dioptrie-Fehlsichtigkeit niemandem und ich bin froh, dass ich dieses Kapitel Freitag beenden werde und ich hoffe, dass alles gut gehen wird.

12.05.2014

Kurz zurückgeschaut






























17.04.2014

Ey, das geht nicht

Ich bin schockiert. Angeblich ist das Saab 900 Cabrio das neue Hipster-Auto. Das finde ich scheiße. Das ist mein Lieblingsauto. Seit Jahren und das wird es auch bleiben. Egal, ob im Trend oder nicht. Scheiße finde ich das zudem, weil die Karren dann nicht mehr so günstig zu haben sind, weil die ganzen Hipsterblödmänner meine potenziellen Saabs wegkaufen. Ein Jahr noch, dann möchte ich mir einen kaufen. Die Hoffnung bleibt, dass der Wagen doch nicht so cool für die anderen Leute ist. Das ist mein Auto, ihr miesen Mitläufer. Sucht euch eine andere coole Karre. Kauft euch einen hässlichen Skoda oder kauft euch ein hippes schwarzes Hollandrad.




16.04.2014

07.04.2014

oh dear.

Ich liebe meinen Job. Ich liebe ihn immer, vergesse es manchmal im Stress und morgen, morgen fahre ich nach Münster, um eine Stunde Zeit mit diesem Mann zu verbringen, um ihn mit Fragen zu löchern. Keine Pressekonferenz, nein. Nur ich und er. Und ich bin so ein großer, großer Fan. Das ist so eine Ehre für mich. Er ist mehrfacher Grammy nominiert, hat mit Jamie Cullum und Max Herre aufgenommen. Er war bei Movimentos schneller ausverkauft als Rammstein. Und im Mai darf ich ihn in Wolfsburg live auf der Bühne sehen. Ich liebe meinen Job.

09.03.2014

Man vergisst viel zu oft, gute Musik zu hören

























Kennt ihr das Album "Way to Blue - the songs of Nick Drake?" Das Album erinnert mich manchmal daran, dass man sich öfter mal abstöpseln sollte, um einfach im Bett zu liegen und einem Album von vorne bis hinten zuzuhören. Zeit nehmen für die schönen Dinge, das sollte man zwischendurch immer wieder machen. Und deswegen liege ich hier gerade einfach rum, höre die Nick Drake Cover und tippe noch schnell ein paar Zeilen, bevor ich den Laptop zuklappe und mit dem Album einschlafen werde.

Die schönen Dinge. Das habe ich mir natürlich nicht nur 2014 auf die Fahne geschrieben, aber in diesem Jahr starte ich ein neues Projekt, von dem ich noch nicht viel verraten kann, aber immerhin schon ein klein wenig. Es wird etwas Neues geben von mir. Eine Kollaboration, ein riesiges Projekt, das sich um die Dinge dreht, die ich liebe. Damit erfülle ich mir einen großen Traum und ich bin daran nicht allein beteiligt. Genaueres werde ich demnächst hier mal berichten, aber wir sind gerade mittendrin in der Planung. Das Ding ist: Nicht zögern, das merke ich gerade immer wieder. Es ist so wichtig für die seelische Gesundheit, sich mit dem zu beschäftigen, was man gerne tut und sich mit den Menschen zu umgeben, die man gerne hat. Dann kommt das kleine Glück von ganz allein. Das klingt pathetisch bis banal, ist aber so. Und wenn dann noch so herrlich die Sonne scheint wie heute, dann kann auch so ein Wochenenddienst nicht die Laune verderben. Denn dann reißt man einfach das Fenster weit auf und trinkt seinen Kaffee etwas langsamer, während die Sonnenstrahlen langsam die weißen Arme aufwärmen und sich die Gänsehaut legt.

Und wenn sich jetzt jemand fragt, wer ist eigentlich Nick Drake? Dem sei gesagt: Ein viel zu früh verstorbener Songwriter. Und zwar ein ganz großer. Hier, things behind the sun zum Beispiel:

Also nutzt diesen schönen Sonntagabend, macht den Fernseher aus, legt das Smartphone weg und legt mal wieder ein Album auf und genießt es ohne Störung und denkt dabei an die Momente, an die euch die Musik erinnert. Gute Nacht.

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