17.11.2013

home is where you belong to


























Das Glück liegt manchmal einfach so herum und man muss sich nur einmal umdrehen, kurz die Augen öffnen oder eben 200 Kilometer in den Norden fahren. Hamburg. Alte Heimat, gute Freunde, gewohnte Pfade, schöne Stunden. Vor ein paar Tagen bin ich für einige Zeit wieder zurückgekehrt und so ein kleiner Tapetenwechsel wie dieser hat genügt, um aus der Routine der Alltäglichkeiten auszubrechen, durchzuatmen und sich wieder daran zu erinnern, was es heißt, das Leben zu genießen und im Kleinen das Große zu suchen. Das klingt hochtrabend, ist es auch. Aber gemeint sind, wie sollte es anders sein, Autobahnmomente. Viele kleine summierten sich da zum großen Glück. In diesem Fall: Wohlfühlen. Bei den liebsten Freunden auf dem flauschigmauschigen Sofa schlafen. Morgens auf dem kleinen Holztisch in der Küche noch warme, knusprige Brötchen zu finden. Den Schal enger zu ziehen und durch Eimsbüttels Straßen ziellos umherzustreifen. Eine wunderschöne Teekanne kaufen, ein paar Kerzen, Fotoständer, Polaroids. Sich schönen Momenten bewusst zu werden, indem ich kurz stehen blieb, meine Kamera herausholte und ein paar dieser Augenblicke festhielt. Die Stadtluft zu schnuppern, und abends mit Freunden am großen, schweren Esstisch zu sitzen. Kerzen an, Musik an, Rotwein in die großen Gläser und in der Gemeinschaft Lasagne zu essen und zu lachen. Ohne, dass irgendwas kompliziert war und ohne an die Arbeit zu denken. Das sind Alltagsfluchten, die bitter nötig waren - und vor allem, um den Alltag wieder zu schätzen, wenn er dann allzu schnell wieder den unbeschwerten Blick auf die Dinge im Würgegriff hat. Hamburg ist dafür bestens geeignet. Und man sollte sich nicht zieren, und öfter mal einfach losfahren und das Beste aus allem herausholen, was das kleine Leben für einen bereit hält.


Das Leben, ey. Viel zu oft zieht es so an einem vorbei, gedankenlos vergehen die Tage, blind vor Stress. Ich habe versucht, in den fünf freien Tagen, die ich jetzt hatte, so viel Zeit wie möglich damit zu verbringen, Dinge zu tun, die mir Spaß machen und mich nicht zu ärgern oder Trübsal zu blasen. Ein Stadtbummel mit meiner Mutter, Kekse backen mit meiner Schwester, den Pool winterfest machen mit meinem Vater. Bei Oma zu sitzen und Zeitung zu lesen und endlich, endlich mal wieder in einem Roman zu versinken, der dafür sorgt, dass die Nacht genutzt wird, um mich Seite für Seite in der Geschichte des Hundertjährigen zu verlieren. Extra lange morgens im Bett zu liegen, Mittagessen zu kochen. George zu streicheln. Fotos zu durchblättern, Filme zu schauen und zu lesen, lesen, lesen. Mehr war es im Grunde gar nicht. Aber Freizeitstress, das sollte auch auf keinen Fall aufkommen. Ich bin ziemlich erholt, der Hundertjährige ist nach über 400 Seiten durchgelesen. Ein bisschen schade ist es schon, dass die schöne Geschichte nun zu Ende ist. Was bleibt, ist der Wille, mich nicht mehr durch die Arbeit so stressen zu lassen, dass ich mich werktags verliere und mein Selbst unsichtbar wird zwischen Pendelei, Tipperei und Recherche. Immer schön auf sich selbst Acht geben. Auch wenn nach Feierabend nur noch das Bett nach mir schreit. Das Jahr ist nicht mehr lang, bald ist 2013 vorbei und ich möchte zurück blicken auf das erste Arbeitsjahr meines Lebens und irgendwie sagen können: Ich habe das geschafft. Und ich habe geschafft, einen Weg für mich zu finden, eine Balance zu finden zwischen allem und dabei auch noch glücklich zu sein. Das ist nicht so einfach, das muss man erst lernen und momentan bin ich ganz zufrieden mit mir.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

kommst du gebürtig aus hamburg?

Anonym hat gesagt…

Ist die Frage so schlimm das du sie mir nicht beantwortest?^^

Lisa hat gesagt…

Ups, sorry. Übersehen. Ich habe vier Jahre in Hamburg gelebt.

Anonym hat gesagt…

Kein Problem, dachte schon ich hätte was falsches gefragt ^^ ach so, ich dachte weil du mal meintest du kommst aus Braunschweig ;)

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